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Portugal/Algarve - Tavira und St. Luzia
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25.10.2002 19:00 Uhr: Nach dieser Brücke über den Rio Guardiana beginnt Portugal und die Algarve, und die Uhren gehen eine Stunde nach (also 18:00 Uhr). Bei dem Gedanken, daß es daheim schon längst dunkel war, freut man sich richtig über das Gegenlicht und die vielen Fliegen auf der Scheibe.
Und jetzt das Ganze noch mal aus portugiesischer Sicht.
50 Minuten später in St. Luzia: Fischerdorf + Lagune = Urlaubsfeeling
Der Ort liegt 3 km westlich von Tavira, direkt an der kilometerlangen Lagune, die bei Quatro Agues beginnt.
Das Abendlicht passt zur beschaulichen Stimmung von St. Luzia. Links von der Lagune sieht man die vorgelagerte Sandbank-Insel Ilha de Tavira.
Um es vorwegzunehmen: Es war überall schön, aber hier gefiel es mir am besten. Vier Tage blieb ich hier, und nach Lissabon kam ich noch mal für eine halbe Woche her. St. Luzia, Tavira und die Ilha de Tavira sind noch immer genauso faszinierend wie in den 80er Jahren.
Ein Hafen würde die Idylle nur stören. Die Fischerboote ankern einfach in der Lagune. Am liebsten würde ich da sofort wieder hinfahren ...
Hinten links sieht man die kleine Fischmarkthalle, wo es gleich Bares für "Glitschiges" gibt.
Und so sieht die Lagune bei Ebbe aus. Die Arbeitszeiten der Fischer werden von den Gezeiten bestimmt. Wer zu spät kommt, den bestraft die See.
Und noch mal die Hauptstraße und Promenade von St. Luzia, diesmal bei Tageslicht.
Die meisten Häuser des Dorfkerns von St. Luzia sind nicht verputzt sondern gefliest.
Und so sieht mein 5 Sterne-Hotel aus. In die Gepäcknetzbefestigungslöcher sind dünne Gardinenstangen (12 mm) aus Alu, quer eingehängt, darüber per Kabelbinder die Bambusstangen befestigt. Bei den Vorhängen sind einige Schlaufen per Klettband befestigt, damit man sie morgens rasch zur B- und C-Säule schieben kann. Besonders das Tuch zwischen den beiden Querstangen leistete während des Urlaubs wertvolle Dienste als großvolumige Ablage.
Die riesige, schwere Futonmatratze zeigte sich nun von Ihrer besten Seite. Kein Vergleich mit den unbequemen meist 20 cm kürzeren Hotelbetten. Think big, big ist beautiful!
Vor die vordere Querstange hängte ich noch eine Bambusstange quer, um z.B. Handtücher zum Trocknen aufhängen zu können.
Morgensonne und Blick auf die Lagune! Wer kann dazu schon nein sagen?
Der Wildcamper-Parkplatz war am Rande des Ferienclubs Pedras del Rei, 1 km westlich von St. Luzia. In der Nebensaison wird dort wildes Campen geduldet, ab Ostern aber nicht mehr, denn dann wird der Parkplatz wieder für die vielen Gäste benötigt.

Die blitzsauberen Restauranttoiletten waren bereits frühmorgens schon geöffnet, und im kleinen Supermarkt der Anlage gab es frische Brötchen und Butter. Die Duschen befanden sich am 2 km entfernten Strand (Praia Barril) beim Strandrestaurant. 1 Euro für 5 Minuten Kaltwasser, so lautet der Deal. Man gewöhnt sich daran und will irgendwann gar keine Warmdusche mehr. So gab es selbst nach einer Woche noch keinen Grund, einen Campingplatz aufzusuchen.
Zum Strand führt eine kleine Brücke über die Lagune, danach sind es noch etwa 20 Minuten zu Fuß. Wem das zuviel ist, kann auch die dieselbetriebene Bahn nehmen, aber viel Zeit ist damit nicht gewonnen.
Wer es schafft, das dicke Verbotsschild zu ignorieren, nimmt sein Fahrrad und ist schon 5 Minuten später am Strand. Allerdings sollte man sich mit einem freundlichen "obrigado" oder "muito obrigado" bedanken, wenn man vorbeigelassen wird, erst recht, wenn die Fußgänger nicht so gut drauf sind.
Die Sandbankinsel gehört zum Naturschutzgebiet "Ria Formosa", deswegen verschandeln auch keine Hotelburgen den Strand.
Recycling at its best!

Ein "Oldtimer-Schiff" wird zum Blumentopf ...
... die Dünen sind fest verankert.
Strandbars gibt es nur hier (Praia Barril) und 5 km westlich, auf der Höhe von "Quatro Águas". Dort befindet sich auch der einzige Inselcampingplatz, selbstverständlich frei von Autos und Wohnwagen.
Neben den Strandbars befinden sich die (von Wildcampern sehr geschätzten) Duschen. "Quente" heißt übrigens nicht wirklich heiß, aber als "frio" kann das Wasser dank der intensiven Herbstsonne auch nicht bezeichnen. "Agua fresco" würde ich sagen. Nicht vergessen: In der Nebensaison ist hier ab 19 Uhr Feierabend.
Und so sieht der Strand der "Ilha da Tavira" auf einer Strecke von ca. 10 km (mais o menos) aus. Einfach traumhaft!
Und hier der Blick in die andere Richtung. Unter www.algarve-reisen.com ist dieses paradiesische Strandgebiet zwar nicht maßstabsgerecht, aber recht informativ beschrieben.
Wer sich Vorhänge oder Schmuck aus Muscheln basteln will, findet hier Rohmaterial in Hülle und Fülle. Es gibt sie in allen Farben und Größen.
Diese Muschel misst 24 cm, also die Idealgröße fürs Ohrläppchen, um aufzufallen.
Gelegentlich werden hier mit den Muscheln auch ein paar Quallen angespült, diesmal sogar Exemplare von über 50cm Durchmesser.
Feuerquallen oder ähnliches habe ich hier jedoch noch nie gesehen. Man kann also beruhigt damit Fresbee spielen oder einfach nur schwimmen gehen, diese Exemplare sind völlig ungefährlich.
Werbung, die in Portugal sofort verstanden wird! In Deutschland müßte man dem LKW vielleicht ein paar Hörner einpflanzen, um für einen kraftvollen Eindruck zu sorgen.
Tavira: Die alte Brücke wurde schon vor einigen Jahren für den Autoverkehr gesperrt.
Die Markthalle von Tavira wurde vor kurzem renoviert, oder besser gesagt, komplett umgebaut. Noch in den neunziger Jahren wurden dort Obst und Gemüse mit Waagen und Gewichten gewogen, wie man sie bei uns allenfalls aus den 50er Jahren kennt.
Wer den Markt noch aus alten Zeiten kennt, wird zuerst mal enttäuscht sein. Mit der Zeit merkt man aber, daß auch die neue Ausstattung, die Shops und Cafés sympathisch wirken. Die stilvollen Fotos aus früheren Zeiten sorgen außerdem für ein bisschen Museumsatmosphäre.
Tavira hat, im Gegensatz zu vielen anderen Küstenorten, die letzten 20 Jahre sehr gut überstanden.
Am auffälligsten ist vielleicht, daß Tavira ein bisschen sauberer geworden ist, ohne seine Identität preiszugeben. Von Hektik noch immer keine Spur ....
... weder tagsüber noch abends.
Quatro Águas liegt gut 1 km südlich von Tavira, direkt an der Lagune. Hier besteht per Boot die schnellste Möglichkeit, um auf die Sandbankinsel "Ilha de Tavira" zu kommen. Drüben gibt es den Campingplatz, ein paar Wochenendhütten und Strandbars ...
... und natürlich den schönsten Sandstrand Europas.
Der Übernachtungsplatz bei St. Luzia im Abendlicht. Auf dem Segelboot in der Lagune wohnte übrigens ein Deutscher, der abend für abend mit seinem Dinghi zur Arbeit fuhr. Auch eine Art zu leben, und gar nicht mal die schlechteste ....
Die Sonnenuntergänge sind im Winterhalbjahr in Portugal besonders schön.
Wie man sieht, hat hier jeder einen Platz in der ersten Reihe. Neben den Ungetümen wirkt der Berlingo fast zierlich. Das Riesenmobil links neben mir gehört übrigens Alfons aus Münster. Er hat es neu für über 300 TDM gekauft, perfekt ausgestattet, war zusammen mit seiner Frau 2 Jahre unterwegs damit, sogar in Neuseeland. Nun sucht er einen Käufer, für 180 TDM.
Camping muss nicht immer billig sein.
Und nochmal die Lagune bei St. Luzia im Abendlicht, weil's so schön ist.
Auf der Weiterfahrt an die Westküste legte ich eine Mittagspause bei Quarteira ein. Frisches Obst, frisch gebackenes Brot und portugiesischer Schafskäse schmecken in dieser Umgebung natürlich besonders gut.
An den Strände östlich von Quarteira gefallen mir vor allem die rötlichen Sandsteinfelsen und die Pinienwälder, wenn auch die Sandqualität nicht an die Ilha de Tavira herankommt. Der Campingplatz Orbitur liegt sehr schön am Rand von Quarteira in einem Eukalyptuswäldchen, 5-10 Gehminuten vom Strand entfernt. Den Ort Quarteira finde ich ausgesprochen scheusslich, er ist eigentlich nur wüst zugebaut. Auch der Übergang nach Villamoura wirkt mißlungen. Wenn man zwischen die Hotels noch ein Atomkraftwerk hinstellen würde, fiele das kaum auf. Mein Tipp an alle Algarve-Neulinge: Generell die Gegend zwischen Faro und Albufeira meiden, dieser Streifen ist austauschbar mit Mallorca, Ballermann und Costa Brava. Westlich von Albufeira oder östlich von Farokann man nicht viel falsch machen.
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